Begegnung und Urteil
Vorwort
Warum ich diese Thema wähle
Es ist meine Geschichte. Die Verluste von Menschen, die mir nahe waren, haben mich verändert. Sie haben mir gezeigt, wie kostbar Energie ist - und wie leicht sie verloren geht, wenn wir uns über Dinge aufregen, die wir nicht beeinflussen können. Das gelingt mir nicht immer. Aber ich versuche es. Denn:
Freundlich durchs Leben zu gehen, hat noch niemandem geschadet.
Begegnung und Urteil - Ein Gedanke über Wahrnehmung, Verantwortung und Freundlichkeit
1. Was wir sehen - und was wir daraus machen
Wir begegnen täglich Menschen. Wir sehen Kleidung, Körperformen, Tattoos, Gesten, Hautfarbe.
Und oft urteilen wir - innerlich, leise, laut, manchmal unbewusst.
Manchmal urteilt man, ohne es zu merken.
Oder wir ignorieren, was wir nicht einordnen können.
Warum eigentlich? Wir kennen diese Menschen nicht.
In sozialen Medien würden wir dieselben Personen vielleicht bewundern.
Wir würden ihnen folgen, ihre Geschichten liken, ihre Bilder teilen.
Ein Widerspruch? Vielleicht.
Denn dort sehen wir nur das, was gezeigt wird - nicht das was wirklich ist.
2. Meinung ist normal - aber was machen wir damit:
Natürlich bilden wir uns Meinungen. Das ist menschlich. Aber wenn wir uns über Menschen aufregen, die wir nicht kennen - wenn wir urteilen, ohne zu fragen - dann schaden wir oft nur uns selbst.
Jeder trägt Verantwortung für das, was er tut - oder nicht tut. Auch ich. Ich frage lieber, wenn ich die Möglichkeit habe, bevor ich urteile.
3. Eine Begegnung im Klinikum
Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer jungen Frau, die viele Tätowierungen hatte.
Ich war neugierig. Sie freute sich über mein Interesse. Wir kamen ins Gespräch.
Sie erzählte mir ihre Geschichte - offen, ehrlich - berührend.
Manchmal lernt man Menschen unter Bedingungen kennen, die man sich nicht ausgesucht hat. Und gerade dann entstehen echte Begegnungen.
4. Was uns verbindet
Wir alle haben Sorgen, Ängste, Fehler.
Niemand ist perfekt.
Aber wir können entscheiden, wie wir einander begegnen.
Aufhören zu urteilen. Aufhören zu mobben. Aufhören zu ignorieren. Stattdessen: zuhören. fragen. freundlich sein.
Fragen aus dem Alltag
- Warum ist es so schwer, die Verkäuferin freundlich anzusprechen:
- Was kann die Frau in der Behörde für meine Probleme?
- Muss ich mich aufregen, nur weil ich an der Kasse warten muss?
- Bin ich auf der Flucht - oder kann ich kurz innehalten?
- Muss ich mich ärgern, wenn mein Paket zu spät kommt?
- Kann ich nicht dem Postboten entgegengehen - was ist so schlimm daran?
- Warum kommentieren wir alles - was versprechen wir uns davon?
- Sind wirklich alle Experten, die in den Medien sprechen?
- Glauben wir alles, was wir lesen - und warum?
Fragen, die tiefer gehen
- Warum mobben wir Schüler, die eine andere Art haben, sich im Unterricht auszudrücken, oder verschlossen sind? Ist es der Gruppenzwang?
- Warum sprechen wir nicht mit dem Schülern - kann es sein, dass wir uns emotional berührt fühlen, wenn wir seine Geschichte erfahren?
- Wenn wir denselben Schüler bei Voice of Germany sehen - ändern wir dann unsere Einstellung?
- Warum ignoriert man nicht Personen, anstatt sie zu mobben - was sagt das über einen?
- Kann es sein, dass es die eigene Unzufriedenheit ist, die uns urteilen lässt?
Abschluss
Nutzen wir unsere Energie sinnvoll. Nicht für Ärger, nicht für Urteile, nicht für Dinge, die wir nicht ändern können. Sondern das, was zählt:
